So stark schwindet unsere Altersrente

Die Altersrente aus der ersten und zweiten Säule, also der AHV und der Pensionskasse, haben sich heute bereits um 20% reduziert. Das hat zur Folge, dass viele Erwerbstätige aufgrund der grösser gewordenen Einkommenslücke in Zukunft mehr sparen müssen, wenn sie ihren gewohnten Lebensstandard weiter aufrecht erhalten möchten.

Diese Botschaft scheint noch nicht bei allen angekommen zu sein. In unseren vielen Beratungsgesprächen stellen wir fest, dass rund 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer die AHV als relativ sicher ansehen, jedoch die Entwicklung der Renten der Pensionskassen, als äusserst problematisch betrachten. Doch obschon das Vertrauen in die Pensionskassen ist auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt ist, machen sich neun von zehn Befragten kaum Sorgen um ihre Altersrente: Wird der Ernst der Lage unterschätzt?

20 Prozent weniger Altersrente ist kein Pappenstiel

Finger weg von der Altersrente

Kürzungen der Altersrente dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. VSVV zeigt auf, wie massiv die Renten effektiv reduziert wurden. Noch im Jahre 2002 durfte man mit 55, bei einem Einkommen von 120'000 Franken, mit einer Altersrente von etwa 75'000 Franken rechnen. Und wie sieht es heute aus? 2019 kann ein 55-Jähriger, mit dem gleichen Gehalt, nur noch von 60'000 Franken aus AHV und Pensionskasse ausgehen.

Die zu erwartete Rente ist demnach um rund 20 Prozent kleiner geworden. Oder anders ausgedrückt: Sie verlieren über 14'000 Franken pro Jahr oder 1’200 Franken pro Monat!

Zinsen auf Rekordtief

Ein Grund für dieses Desaster ist sicherlich der Mindestzinssatz für obligatorische Guthaben in der Pensionskasse. Dieser wurde kurzerhand von 4 auf 1 Prozent gesenkt, der erhoffte Zinseszinseffekt fällt damit praktisch weg. Damit jedoch nicht genug. Auch der Umwandlungssatz, mit welchem das angesparte Kapital in ihre künftige Rente umgerechnet wird, musste Federn lassen. Der Wichtige Umwandlungsfaktor wurde von 7,2 auf 6,8 Prozent reduziert. Hinzu kommt, dass einige Pensionskassen besagten Umwandlungsfaktor von 6,8 Prozent lediglich im obligatorischen Teil anwenden. Im überobligatorischen Teil ist der Satz kommt er bereits vielerorts schon unter 5 Prozent zu liegen. Richtig schmerzlich ist der Verlust denn auch vor allem für Erwerbstätige, mit einem Einkommen von über 85'320 Franken im Jahr. Da der übersteigende Teil ihres Lohnes im überobligatorischen Teil ihres Lohnes versichert ist.

Einkommenslücken werden immer grösser

Unser System der Altersvorsorge soll sicherstellen, dass die Altersrenten aus der AHV und den Pensionskassen zusammen 60 Prozent des letzten versicherten Gehalts absichern sollen. Leider ist wird Ziel für die meisten Schweizerinnen und Schweizer immer schwerer zu erreichen. Der VSVV weiss: Ein Mann, der 100'000 Franken verdient, erhält heute noch lediglich 55 Prozent des letzten Gehaltes – 2002 waren dies immerhin noch stattliche 62 Prozent. Wird die Einkommenslücke in diesem Ausmass grösser, droht Altersarmut.

Dass die AHV-Renten seit 2002 um rund 15 Prozent erhöht wurden, kann diese Lücken nicht wett machen. Die viel zu tiefen Renten der Pensionskassen fallen in der Regel mehr ins Gewicht. Fakt ist: Grosse Teile der Bevölkerung überschätzen ihre Altersrente gewaltig. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der Tiefzinslage werden die Renten noch weiter schrumpfen. Die Einkommen vieler Arbeitnehmer werden nicht ausreichen, um den bisher üblichen Lebensstandard weiter zu führen. Wer heute, ohne sich finanziell Sorgen machen zu müssen, in Rente gehen will, wird nicht darum herum kommen, mehr zu sparen.

Wir haben ein paar beliebte Möglichkeiten für Sie zusammengestellt:

Die einfachste Möglichkeit

Wer will und kann, bleibt einfach länger berufstätig! Wenn Sie die Rente der AHV  beispielsweise nur schon um ein Jahr herausschieben, dürfen Sie sich über 5,2 Prozent mehr Rente freuen – und lebenslänglich!

Sag beim Abschied langsam servus  

Steigen Sie Stepp by Stepp aus dem Erwerbsleben aus. Wenn  Sie Ihren Ruhestand schrittweise vollziehen hilft dies, Steuern zu sparen. Reduzieren Sie beispielsweisse, Ihre Arbeitsleistung mit 63 Jahren auf 70 Prozent, haben Sie bei vielen Pensionskassen den Anspruch sich 30 Prozent Ihres Guthabens auszahlen zu lassen und den Rest erst dann zu beziehen, wenn Sie definitiv in Rente gehen. Über mehrere Jahre gestaffelt, brechen Sie in der Regel  die Steuerprogression und sparen zusätzliches Geld ein.

Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse

Zahlen Sie wenn möglich, freiwillig auf Ihr Pensionskassenkonto ein. Dies spart Steuern. Umso höher Ihr steuerbares Einkommen ist und je schneller Sie die Einzahlungen wieder beziehen desto grösser ist ihr Gewinn. Denken Sie daran: Sollen Sie sich mit dem Gedanken tragen, sich Ihr Guthaben als Kapital ausbezahlen zu lassen, dann  Sie sich spätestens drei Jahre vor dem Ruhestand «in die Pensionskasse einkaufen».

Holen Sie heraus was geht

Will sagen, Verpassen Sie keine Einzahlungen auf Ihr Säule 3a Konto. Sie verbessern damit nicht nur Ihre Vorsorge sondern sparen auch noch Steuern. Wer zum Beispiel ab dem 40. Lebensjahr Jahr für Jahr das Maximum einbezahlt, könnte bei einer angenommenen Rendite von nur 2 Prozent Jahreszins, bis zum Rentenalter locker 219'000 Franken ansparen. Wer erst mit 55 anfängt, kommt immerhin noch auf 75'000 Franken. Bevorzugen Sie dabei eine 3a Lösung welche auf stabilen Wertschriften basiert. Diese Modelle performen meist deutlich gewinnbringender als ein 3a-Konto einer Bank.

Behalten Sie die Gebühren im Blick

So mancher Versicherungsnehmer bezahlen unnötig hohe Versicherungsprämien und immer höhere Gebühren für Konto, Depot und Beratung. Diese Ausgaben gehen zu Lasten Ihrer Altersvorsorge. Es ist daher ungeheuer wichtig bezüglich dieser Geldfresser auf dem laufend zu sein und wenn nötig zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Legen Sie Ihr Geld richtig an

Wer ein finanziell sorgenfreies Alter erleben will, muss sein Geld langfristig gewinnbringend anlegen. Für die meisten sind sogenannte «passive Indexanlagen» wie (ETF) am geeignetsten. Diese Fonds zeichnen sich durch ihre günstige und äusserst transparente Kostenstruktur aus. Zudem kann man kann schon mit relativ wenig Geld die Risiken breit streuen. Exchange Traded Funds eignen sich daher sehr gut, um marktgerechte Renditen zu erwirtschaften.

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03. Mai 2020

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